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Leichter durch den Schulalltag

Vortrag von Mag.a Daniela Plohovits-Kittelmann, Klinische Psychologin und Psychotherapeutin, am 20.02.2020.

In diesem Vortrag wurden konkrete Handlungsmöglichkeiten besprochen, die ermöglichen sollen, belastende Situationen im Schulalltag bestmöglich zu bewältigen und einen achtsamen, entspannten Umgang zu ermöglichen.

Tipps zur Prävention von Störungen im Unterricht: „was kann ich tun, damit nicht ….“:

1. Haltung

Pädagogische Grundregel: wertschätzende, respektvolle Beziehung zum Kind.

Sichere, ruhige, klare, selbstbewusste Haltung.

Unterscheidung Person und Verhalten:  ich bin nicht gegen das Kind, sondern ich kann ein bestimmtes störendes Verhalten nicht akzeptieren.

Lehrpersonen als positives Verhaltensmodell: wie gehen wir miteinander um?

2. Unterrichtsgestaltung

Reibungslosigkeit und Schwung: mangelnder Fluss beim Unterrichten fördert Disziplinprobleme und es kommt so leicht zu Welleneffekten.

Präsenz und Überlappung: es ist sinnvoll, wenn die Lehrperson den Schüler_innen den Eindruck vermittelt, dass man alles im Blick hat und einem nichts entgeht (Blickkontakt zu Schüler_innen halten).

Stumme Korrektur (unzufriedener Blick, abruptes Absenken der Stimme, zu dem Schüler/derSchülerin, die gerade abgelenkt ist, hingehen,...). Wenn dies nicht reicht: klare, deutliche, kurze Worte – aber freundlich.

Klassenregeln: so wenig wie möglich - so einsichtig wie möglich - so positiv wie möglich (Gebote statt Verbote) UND Konsequenzen für positives und auch negatives Verhalten.

Aktionen gegen Sättigung und Langeweile: abwechslungsreicher Unterricht, variationsreiche Stimme, Mimik und Gestik.

Motivierende und positive Rückmeldung: Positives Verhalten muss sich lohnen, Blick auf Positives („Ich freue mich, dass du dich jetzt so oft meldest“) und Negatives eher ignorieren. Nach dem Motto: wenn etwas funktioniert, mache mehr davon.

Gute Vorbereitung und Ordnung: Für reibungslosen Ablauf sorgen sowie Leerläufe und Unterbrechungen verhindern.

Bei Störungen im Klassenzimmer

Die Schule ist ein Ort des Lernens und nicht ein Ort für Diagnostik bzw. Behandlung. Die LehrerInnen sind keine PsychologInnen oder TherapeutInnen, aber Schule kann und muss Ort der Unterstützung für die psychische Gesundheit sein. Die folgenden Fragen können helfen, selbst Klarheit über das Geschehen zu gewinnen und weitere Schritte zu planen:

  1. Schüler_in beobachten/Problembeschreibung: nur Fakten: was geht dem Verhalten voran? Wann/Wo/bei wem passiert es? Wann/wo nicht? Ausnahmen? Was passiert danach?
  2. Perspektivenwechsel: wozu braucht der Schüler dieses Verhalten? Welchen guten Grund hat der Schüler sich so zu verhalten? Welche Belastungen oder Probleme versucht der Schüler auf diese Art zu bewältigen? Was würde er verlieren, wenn er dieses Verhalten nicht mehr zeigen würde?
  3. Selbstreflexion: Wie reagiere ich darauf? Was mache ich? Was trage ich dazu bei, dass sich Verhalten ausbreitet? Welche weiteren Schritte kann ich mich vorstellen?
  4. Gespräch mit Schüler/Eltern vorbereiten und führen: freundlich und wertschätzend statt verurteilend und bewertend, Achtsame Kommunikation nach Marshall Rosenberg
  5. Außerschulische Hilfe aktivieren: sobald man merkt, dass man mit der eigenen Kompetenz an seine Grenzen kommt (Hilfe für sich selbst/für den Schüler/für die Mitschüler) Im Rahmen des Vortrags stellte auch die Schulsozialarbeit ihre Erfahrungen mit der Durchführung von Entspannungsübungen in einer 2. Klasse vor. Die Übungen, die am besten von den Kindern angenommen wurden, wurden als Broschüre schriftlich ausgeteilt. Die Klassenlehrerin dieser 2. Klasse berichtete, dass die Übungen auch eine positiven Einfluss auf die Kinder gehabt haben.  Abschließend wurde die psychische Gesundheit von Lehrerinnen und Lehrern thematisiert. Da der Beruf des Unterrichtens stark von Burnout betroffen ist, ist es für Lehrpersonen wichtig, auch auf die eigene psychische Gesundheit zu achten. Als Burnout Prävention gelten folgende Verhaltensweisen:
  • Weiterbildungen nutzen
  • Über die Schule hinausgehende Lebensorientierung
  • Job und Freizeit trennen
  • Sich bewusst Auszeit nehmen
  • Energie-Tankstellen (Hobbies, Bewegung)
  • Nein sagen können und erlernen
  • Perfektionismus vermeiden
  • Realistische Erwartungshaltung einnehmen
  • Sich helfen lassen - Unterstützung holen (Kolleg_Innen, Supervision)
  • Scheitern und Schwächen sind erlaubt
  • Psychohygienisches Raunzen ist erlaubt
  • Humor
  • Die Verantwortung für die eigene Gesundheit liegt bei jedem selbst

Kontakt:

Mag.a Daniela Plohovits-Kittelmann

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