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Allgemeine Informationen zum Projekt: „Schulsozialarbeit trifft Gesundheitsförderung“

Der Verein YOUNG ist seit 1999 im Bereich der Schulsozialarbeit tätig und erweitert mit diesen Projekten seinen Handlungsspielraum mit der Unterstützung und Finanzierung des Fonds Gesundes Österreich (FGÖ) um den Aspekt der Gesundheitsförderung mit dem Schwerpunkt auf Stressprävention als einem wichtigen Aspekt der psychosozialen Gesundheitsförderung im Schulsetting.

An folgenden Schulen wurde dieses Projekt durchgeführt:

Stress und psychische Belastungssymptome bei Schüler_innen?

Stress und psychische Belastungssymptome sind aufgrund veränderter Lebensumstände (Beschleunigung, Konkurrenzdruck, erhöhte Leistungsorientierung) zu wichtigen gesellschaftlichen und gesundheitsrelevanten Themen geworden. Auch Kinder und Jugendliche in der Schule sind davon betroffen. Laut Daten der österreichischen HBSC (Health Behaviour in School-Aged Children) Studien fühlen sich rund ein Viertel der Jugendlichen ab fünfzehn Jahren durch das, was in der Schule verlangt wird, stark beansprucht (Ramelow et al., 2011).

Die Zahlen zur psychischen Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Österreich sind ebenfalls alarmierend: Laut der aktuellen „Mental Health in Austrian Teenagers (MHAT)-Study“ haben 18,9 % aller Zehn- bis Achtzehnjährigen psychische Leiden (Philipp et al., 2014). Gerade in der sensiblen Phase des Jugendalters, in der auch andere wichtige Entwicklungsaufgaben bewältigt werden müssen, stellt die Schule große Anforderungen an die Schüler_innen. Reichen die Fähigkeiten der Jugendlichen nicht aus, um die gestellten Anforderungen zu bewältigen, kann dies zu verschiedenen gesundheitlichen Beschwerden, psychischen Erkrankungen oder zu sozialen Problemen, wie z.B. Schulabbruch, führen. In Studien zu Gesundheitsbeeinträchtigungen von Jugendlichen werden folgende Hauptquellen für starke Belastungen im Jugendalter genannt:

  • hoher Leistungsdruck in der Schule
  • unsichere Zukunftsperspektiven
  • Leistungsschwierigkeiten in der Schule und drohendes oder erlebtes Schulversagen
  • schlechtes Unterrichts- und Klassenklima
  • schwierige Beziehungen zu Lehrkräften
  • gespannte oder zerrüttete soziale Beziehungen zu den Eltern
  • Krisen in den Beziehungen zu Gleichaltrigen
  • soziale Isolation in der Gruppe der Gleichaltrigen
  • Schwierigkeiten beim Aufbau von Beziehungen zum jeweils anderen Geschlecht

(Rattay 2003, Beyer & Lohaus 2007, Oertel 2010).

Obwohl viele Schüler_innen von Schulstress betroffen sind, werden dessen Auswirkungen oft nicht richtig erkannt, weil:

  • Stress individuell sehr unterschiedlich wahrgenommen wird
  • die Reaktionen auf Stress sehr unterschiedlich sind
  • es eine große Bandbreite an Stresssymptomen gibt
  • manche Stresssymptome als Anzeichen von Pubertät missverstanden werden

Diese Fehleinschätzungen können dazu führen, dass psychische Probleme nicht als solche erkannt werden und sich verfestigen, statt dass sie in einem frühen Stadium erkannt und einer Behandlung zugeführt werden.

Dem Erlernen eines positiven Umgangs mit Stress direkt im Schulsetting kommt in der Gesundheitsförderung bei Jugendlichen eine große Bedeutung zu. Viele der Techniken, die bei der Stressbewältigung genutzt werden, decken sich mit den Fähigkeiten zur Förderung des psychischen Wohlbefindens:

  • die eigenen Stärken und Schwächen kennen
  • die eigenen Grenzen kennen und einhalten
  • Probleme aussprechen und sich Hilfe holen können
  • sich entspannen können
  • mit Anderen in gutem Kontakt sein

Daher ist es wichtig, über dieses Thema zu informieren, Schüler_innen die Möglichkeit zu geben über ihre eigenen Stressfaktoren und Reaktionsmöglichkeiten zu sprechen und ihnen konkrete Anleitungen zur Stressprävention zu geben. Dazu gehören auch Entspannungstechniken sowie Strategien zum Zeitmanagement. Diesen Themen wurden im Rahmen des Projekts „Schulsozialarbeit trifft Gesundheitsförderung“ spezielle Workshops gewidmet und es wurden Unterlagen dazu erstellt.

Angebote des Projekts

Die Angebote zur Stressprävention und Zeitmanagement wurden als Workshops durchgeführt. Die Workshops für Schüler_innen zum Thema Stressprävention wurden gemeinsam mit einem Experten entwickelt. Der Verein YOUNG hat sich schon seit einigen Jahren mit dem Aspekt Zeit- und Alltagsmanagement für Schüler_innen auseinandergesetzt und einen Zeitplaner (YTC - Young Time Coach) entwickelt. Die Entspannungstechniken wurden von Projektmitarber_innen, gemeinsam mit Expert_innen gezielt für Schüler_innen in ihrem Schulalltag ausgewählt und erprobt. Als besonders geeignet erwiesen sich unter anderem eine Atemübung, eine Phantasiereise, die Progressive Muskelentspannung sowie der Bodyscan. Dieser Projektumfang wurde am BG Wolkersdorf zusätzlich um den Aspekt der Mobbingprävention erweitert.

Ziele der Projektangebote für Schüler_innen:

  • Belastungen und Ressourcen in verschiedenen Lebensbereichen erkennen
  • Informationen zu Stress und Stresssymptomen erhalten
  • Eine eigene Energiebilanz erstellen
  • Entspannungstechniken zum Abbau von Stress erleben
  • Sich der eigenen Ressourcen bewusst werden
  • Handlungsmöglichkeiten bei Belastungen entwickeln
  • Anregungen zur Entwicklung von individuellen Zeitmanagement bekommen
  • Workshops zum Thema Mobbingprävention und Stärkung der Klassengemeinschaft in der Unterstufe